Antwort 1 BÜNDINS 90 / DIE GRÜNEN

Was halten Sie von den Freitagsdemonstrationen gegen den Klimawandel in der Schulzeit? Wie sollten Filderstädter Schulen nach Ihrer Einschätzung damit umgehen?


BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNENDIE GRÜNEN

Schüler*innen aller Altersgruppen gehen weltweit auf die Straße und demonstrieren nicht etwa für mehr Ferienzeit oder weniger Unterrichtsstunden, sondern für das, was ihnen zusteht- das Recht auf eine Zukunft, die sie durch die Folgen des Klimawandels bedroht sehen! Sie erbringen dadurch den Nachweis, dass sie sehr wohl politisch engagierte und verantwortungsvolle Staatsbürger*innen sind. Sie setzen ein Signal gegen die bislang verfolgte Klimapolitik und fordern im Grunde nur das ein, wozu sich die Staaten, darunter auch die Bundesrepublik, verpflichtet haben: die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Dass es den Schüler*innen aber nicht darum geht „nur“ zu demonstrieren und auf Missstände hinzuweisen, sondern konkrete Vorstellungen haben, zeigt der von ihnen vorgelegte Forderungskatalog, den sie in ihrer Freizeit (!) erarbeitet haben. Diese Appelle und auch die Interessen junger Menschen im Allgemeinen, müssen von der Politik ernst genommen werden und in politische Entscheidungen einfließen!

Von den Filderstädter Schulen wünsche ich mir, dass sie sich mit zwei fest zugedrückten Augen an die Seite ihrer Schüler*innen stellen, die an den Freitagsdemonstrationen teilnehmen wollen und sie im Einsatz für ihre Überzeugungen zu stärken. Dem Anspruch der Schulen junge Menschen zu Eigenverantwortung und damit zu selbstbewussten Staatsbürger*innen zu erziehen, kann dadurch auch praxisnah gerecht werden. Ich bin zudem davon überzeugt, dass die Schüler*innenbewegung und die ihr zugrundeliegenden Themen im Unterricht aufgegriffen und diskutiert werden.

Die Teilnahme an den Freitagsdemonstrationen sollte nicht als „Schulschwänzen“ im herkömmlichen Sinn betrachtet, sondern als „Demokratie lernen und leben“ erachtet werden. Es mag rechtlich problematisch sein, aber würden die Aktionen der Schüler*innen diese Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie sie in ihrer Freizeit oder an den Wochenenden durchführen würden? Das darf bezweifelt werden.

Die Teilnahme an den Freitagsdemonstrationen sollte nicht als „Schulschwänzen“ im herkömmlichen Sinn betrachtet, sondern als „Demokratie lernen und leben“ erachtet werden. Es mag rechtlich problematisch sein, aber würden die Aktionen der Schüler*innen diese Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie sie in ihrer Freizeit oder an den Wochenenden durchführen würden? Das darf bezweifelt werden.

Catherine Kalarrytou
Fraktionsvorsitzende
DIE GRÜNEN Fraktionsgemeinschaft


„Veröffentlichungen, auch auszugsweise, sind nur mit Genehmigung des Herausgebers gestattet.“